AG68 - Mach mit!

Abschlussbericht der Reihe „40 Jahre 1968“

veranstaltet 2008 in Kooperation zwischen rls NRW & AG68

Unser Ziel bestand von Anfang an darin, „ein Bild der 68er zu stärken, das neben dem Erreichten, auch an die transformatorischen Ansätze anknüpft, die bis heute ihrer Realisierung harren“ und so bei allen Themen auch an aktuelle Debatten der (radikalen) Linken anzuknüpfen. Umso mehr bestand dieses Ziel unter dem Eindruck, dass seitens der Rosa Luxemburg Stiftung NRW wenig Kontakt ins Spektrum der bewegungsnahen oder radikalen Linken existiert.

G8Spätestens seit den Protesten in Genua 2001 hatte sich eine altermondialistische Bewegung bemerkbar gemacht, die mit dem G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm auch hierzulande angekommen war. Die Generationen übergreifende Breite der Bewegung sollte in der AG68 für eine linke Geschichtsschreibung nutzbar gemacht werden. Gerade da die rls NRW eher ältere Generationen in ihrem Umfeld versammelt, schien sich im Jubiläumsjahr 2008 eine Möglichkeit zu ergeben, aus der ‚Not eine Tugend zu machen’: Die Erfahrungen zu nutzen, um einer wieder erstarkenden jungen Bewegung politisches Handwerkszeug und Einblick in linke Debattengeschichte an die Hand zu geben.

Dies begann mit einer Veranstaltung in Köln „Von den 68ern bis Heiligendamm“ über „Die 68erinnen“ mit Frigga Haug in Essen, die Eingang in die Sonderbeilage der jungen Welt zum 8. März fand, bis zur Beteiligung am BuKo31-Kongress in Dortmund mit drei inhaltlichen Veranstaltungen. Neben zwei Veranstaltungen zur Geschichte linker Drogendebatten, der Beteiligung an einem AntifaCamp, Filmen, Veranstaltungen über den historischen SDS vor 1968 oder der ‚Neuen Marx-Lektüre’ gab es nicht zuletzt einen internationalistischen Schwerpunkt:
„Mexico 1968“ in Bezug auf die heute schwer gehypten Zapatisten, „Italien 68“ und „Japan 68“ als geschichtlicher Background zu den G8-Gipfeln 2008 und 2009, „Vergessene Proteste“ als Nachklang des AntiRa-Camps 2008 und nicht zuletzt der Versuch einer Textlektüre-Reihe in Anknüpfung an die Theoriebildung der ‚68er’, mit Autoren wie etwa Frantz Fanon. Insgesamt fanden 2008 weit über 20 Veranstaltungen zwischen Dortmund und Siegen statt.

Leider fehlte es an personellen Kräften und dem erhofften Zulauf während des Jahres, so dass viele weitere Projekte nicht realisiert werden konnten. So hätten wir uns etwa eine tagesaktuelle Intervention in die Debatten um 1968 gewünscht.
Auch erwies sich das Parteiumfeld als zu sehr im Alltagsgeschäft verhaftet, die radikale Linke zu wenig vernetzt und wir zu wenig repräsentativ um eine große Ausstrahlungskraft zu entfalten.
Dennoch: Die Beschäftigung mit einem linken Geschichtsverständnis wird für uns auch in Zukunft essentieller Teil einer bewegungsnahen Bildungsarbeit sein, die im Umfeld der rls NRW noch aufzubauen ist. So gibt es seit Mitte 2008 ein gesondert beworbenes Jugendbildungsprogramm und ein zunehmendes Interesse seitens kleiner Gruppen der radikalen Linken in NRW an der Stiftung, die aber weiterhin auf Abstand zur Partei gehen.

Dies gerade als Stärke der Rosa Luxemburg Stiftung zu betrachten, ihr Spektrum dauerhaft um jene jungen bewegungsorientierten Aktivist_innen zu erweitern und sich dabei einem instrumentellen Verständnis seitens der Partei zu erwehren, wird die Aufgabe der nächsten Jahre sein.

Die Aktiven der AG68 wollen weiterhin als Schnittstelle zwischen der rls NRW und linksradikalen Bewegungsspektren fungieren, wie sie sich etwa im Umfeld der Interventionistischen Linken, den Debatten um Poststrukturalismus, Operaismus oder Marxscher Wertkritik, internationalistischen, antifaschistischen oder auch anarchistischen Bewegungen aktuell zeigen. Denn mehr als 40 Jahre nach der Niederlage von 1968 und fast 20 Jahre nach der Niederlage des Realsozialismus ist „die Linke mehr denn je auf der Suche“

Der AG68 ging es nie um einen unzeitgemäßen Pathos oder enteignetSpringerdie nostalgische Beschwörung alter Floskeln, sondern um die historische Chance, die „1968“ repräsentiert und die nicht genutzt wurde. Es ging uns weniger um das, was in diesen Jahren passiert ist, sondern darum, was nicht passiert ist! Um aus vergangenen Niederlagen lernen zu können, muss man sie zunächst einmal als solche begreifen.

Wir müssen uns fragen, unter welchen Voraussetzungen die neoliberale Wende nach 1968 ihren Siegeszug antreten konnte, die nun zu ihrem Ende gekommen zu sein scheint. Warum haben ‚die 68er’ diese Entwicklung nicht vorhersehen? Was hatten sie erwartet? Und vor allem: Was steht uns jetzt, nach deren Ende, bevor?

Nicht zuletzt die Berücksichtigung des ‚Privaten’, das die ‚Neue Linke’ gegenüber der ‚Alten’, auf die Arbeiterbewegung zentrierten, Linken auszeichnet, verdient unsere erhöhte Aufmerksamkeit. Man merkt es der Partei DieLinke an, dass sie die Kämpfe um 1968 nur verzerrt in ihr kollektives Gedächtnis übernommen hat: Weder die Ökologie- noch die Geschlechterfrage nehmen in ihr einen bedeutsamen Stellenwert ein. Fragen von Identität, Sexualität oder eigenem Erfahrungszugang werden nur im Modus verallgemeinerbarer abstrakt-politischer Forderungen verhandelt. Die Entfremdungserfahrungen jugendlicher Subkultur finden kaum Eingang in die Debatten einer aufs Parlamentarische fokussierten Parteistruktur.

„Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbst gewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen“ (Marx, 18. Brumaire). Wenn es also stimmt, dass die „gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse [...] unsere Erlebnisfähigkeit strukturieren“ (Bini Adamczak), dann kann Theoriearbeit nicht ohne (Bewegungs-)Praxis, kann die Organisationsfrage nicht ohne kollektives Gedächtnis, können zukünftige Siege nicht ohne die Verarbeitung vergangener Niederlagen sein.

Bernd Barenberg, 20.01.2009
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Geschichte des Neoliberalismus (*1973 - †2008f)

Was mit der Auflösung des Goldstandards in Folge des Vietnamkriegs begann (1968), setzte sich mit der Ölkrise, dem Ende von Bretton-Woods und dem Versuchsfeld Chile ab 1973 fort. Was unter dem Stichwort "Neoliberalismus" mit den Regierungen Thatcher (1979), Reagan (1980), Kohl (1982) umgesetzt wurde, gerät nun offensichtlich in die Krise. Was tun?

Norbert Trenkle: Weltmarktbeben. Über die tieferliegenden Ursachen der aktuellen Finanzmarktkrise

Geschichte(n) der Linken: 1968 – eine andere Welt war möglich. Ein Zwischenbericht

„Es ist die Stärke des beschworenen Gefühls, die Größe des Traumes und die Siegessicherheit ob seiner baldigen Verwirklichung, die anachronistisch geworden ist.“
(aus: Bini Adamczak, „Warum mir das Ausbleiben der Revolution auf den Magen schlägt“)


Bis heute suspekt: Frauenbewegung, Drogenlegalisierung und reden über Sex

Automatisierung in Haushalt und Fabrik eröffnete breiteren Bevölkerungsschichten Ende der 60er mehr freie Zeit. Zum Schrecken vieler Konservativer und traditioneller Linker verbrachte die Jugend diese allerdings mit bewusstseinsverändernden Substanzen, ungezügelter Sexualität und einer eigenen Kultur in Musik oder Kleidung. Noch 40 Jahre danach streitet die Linke über Drogenverbote, schweigt zu Sexualität und ignoriert immer wieder Machtmechanismen jenseits von Klassenverhältnissen.

Wie Frigga Haug im März 2008 den Hintergrund für den Tomatenwurf 1968 schildert: Ignoranz der Männer gegenüber der gar nicht so privaten Situation der Frauen im SDS und dem Rest der Gesellschaft - leider immer noch aktuell. Zwei Wochen später geht Lars Quadfasel mit der Forderung nach der Freigabe aller Drogen vielen Teilnehmenden zu weit, sie verlassen die Veranstaltung. Bei Günter Amendts „Sexfront revisited“ auf dem SDS-Kongress im Mai 08 platzt der Seminarraum aus allen Nähten und Gisela Notz zitiert ‚Ton Steine Scherben’: „Wir brauchen keinen starken Mann, wir sind selber stark genug.“

Die Kulturrevolution der ‚Neuen Linken’ – Bewegung gestern und heute

Wer 68 zum Mythos verklärt und so begründet, den aktuellen Hype rechts liegen lässt, übersieht eins: Bewegung kommt von unten! Nicht von Parteien oder Denkern, nicht mal im eigentlichen Sinne von der Linken, sondern von dem, was wir seitdem als neue soziale Bewegungen bezeichnen – Menschen, die sich Luft verschaffen, die sich als Teil einer Veränderung zum Positiven wahrnehmen, die sich ihr Leben wieder aneignen.

Diese „Neue Linke“ hat einen neuen Politikbegriff, marxistisch gesprochen um die „Entfremdung“ als zentrale Kategorie statt der „Ausbeutung“. Alt an der „Alten Linken“ ist die zentrale Stellung der Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt, die Fabrik als Ort der Auseinandersetzung, die Öffentlichkeit als Repräsentationsraum. „Das Private ist politisch“ - 1968 geht es auch um die eigenen Lebens- und Liebesverhältnisse: Sex, Drogen und kulturelle Autonomie als Vorschein einer ganz anderen Welt, die möglich scheint. “Freaks are revolutionaries and revolutionaries are freaks. If you want to find us, this is where we are. ” (aus dem ersten Kommunique des Weather Underground).

Blick über den nationalen Tellerrand: Der 31. BuKo-Kongress zu ‚68 international’

Der Vietnamkrieg schaffte eine seltene Gleichzeitigkeit in dieser globalen Bewegung, das Farbfernsehen tat sein übriges. Was auf der rls-Tagung in Hamburg eher akademisch diskutiert wurde, fand auf dem Kongress der Bundeskoordination Internationalismus breites Interesse: Wo steht linke Praxis heute? Und wie hilfreich ist dafür ihre Theoriebildung und Geschichte?
Was sagt uns der Demokratiebegriff Alain Badious über die Grenzen der Mobilisierung von Bewegung? Wie sah ‚1968’ in Südamerika aus und welche Rolle spielen diese Jahre dort heute? Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem mexikanischen Massaker am 2. Oktober 1968 und der Bewegung der Zapatisten heute?

Diese und viele weitere Fragen werden uns als AG68 und Bewegungsaktivst_innen weiter beschäftigen, und wir laden alle dazu ein.
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Infostand auf dem AntifaCamp & nächstes Treffen

Die Planungen für das kommende Halbjahr laufen auf Hochtouren:

sexfrontEs wird Veranstaltungen zu Sexualitätsdiskursen, Japan und Italien 1968 mit Bezug zu den G8-Protesten in diesem und im nächsten Jahr, eine größere Veranstaltung zu Mexico 68 & heute zusammen mit dem dortigen Auslandsbüro der RLS und eine Veranstaltung über 68 hinaus zur heutigen us-amerikanischen Linken geben. Darüber hinaus planen wir eine Lesereihe mit Texten von und über 68 und streben eine weitere Veranstaltung zum Prager Frühling und dessen Bedeutung heute an.

Außerdem sind wir mit einem Infostand auf dem Antifa-Camp im Rheinland vom 25.-29. Juni 08 verteten.

Unser nächstes AG68-Treffen findet am 9. Juli 08 um 19 Uhr im AZ Mülheim (Auerstr.51, 45468 Mh a.d. Ruhr) statt. Es ist für alle Interessierten offen!

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Bericht der Tagung "Alte Linke – neue Linke?"

von Bernd Hüttner

„Was kann man anderes erwarten von dieser Linken, wenn die soziale Fragmentierung jeden Tag immer deutlicher zeigt, dass es unmöglich ist, diese gesellschaftliche Entwicklung in den kanonischen Formen der Partei oder der Gewerkschaft abzubilden?“
(www.precaria.org, die Website der Mailänder Kollektive, die alljährlich den EuroMayday organisieren, in ihrem Kommentar zum Ausgang der jüngsten Wahlen in Italien, zitiert nach Andrea Fumagalli: Jenseits der Institutionen, Jungle World Nr. 17, 24. April 2008)

Am 25. und 26. April fand an der Universität Hamburg eine geschichtspolitische Tagung statt. Sie wurde vom Gesprächskreis Geschichte der RLS vorbereitet und in Zusammenarbeit mit dem Fachschaftsrat Psychologie der Universität Hamburg und den Landesstiftungen Brandenburg, Bremen und Hamburg veranstaltet. Mit gut 80 quer über die Altersstufen verstreuten TeilnehmerInnen war sie gut besucht.

Bericht unter www.rosalux.de (40 Jahre 1968)

Ein Tagungsband, der Veranstaltung und Debatte zusammenfasst, erscheint im Herbst/Winter 2008.
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Was verändert die Welt? - die AG68 auf dem BuKo31

Sa, 10.5.08, 15:00-16:30 Uhr
Mexico 1968 und die Bewegung heute
mit Bernd Barenberg (AG68) und Sevim Dağdelen (Bundesverband der MigratInnen) – angefragt

mexico68Am 2. Oktober 1968 schoss das mexikanische Militär auf eine Groß-Demonstration auf dem Platz der drei Kulturen, die Zahl der Toten ist bis heute unbekannt. Die seit Monaten andauernden Proteste richteten sich gegen die massiv zunehmende Repression im Vorfeld der Olympischen Spiele. Es sollte Ruhe und Ordnung herrschen, Mexiko als weltoffen und demokratisch erscheinen. Die zunächst klein beginnende Studierendenbewegung, die sich am Pariser Mai und der Bürgerrechtsbewegung der USA orientierte, wurde von Beginn an drastisch bekämpft. Die überzogene Repression führte dabei zu immer größerer Mobilisierung, Universitäten wurden besetzt. Die Demonstration auf dem Platz der drei Kulturen mit 10.000 bis 20.000 Beteiligten war die letzte der Bewegung: Über 2000 Verhaftungen, Hunderte Verletzte und eine unbekannte Zahl an Toten, Schätzungen sprechen von 40 bis 300.
Um daran zu erinnern und mit der aktuellen Debatte etwa um die Zapatistas zu verbinden, wollen wir für den 2. Oktober 2008 einen Aktionstag vorschlagen. Eine Tagesveranstaltung könnte die damaligen Ereignisse in ihrer aktuellen Rezeption beleuchten und um die Frage nach dem Verhältnis zum Staat gruppieren.


Sa, 10.5.08, 17:00–18:30 Uhr
Südamerikas Diktaturen: Erinnerungsarbeit heute
mit Susana Romana Sued (Argentinien)

Die sogenannten 68er in Argentinien: Mithilfe des Militärs putschte sich Juan Carlos Onganía 1966 an die Macht und übernahm das Amt des Präsidenten. Schlagzeilen machte Onganías harte Unterdrückung studentischer Protestbewegungen sowie der Rockmusik, die sich ab 1967 zu etablieren begann.
Susana Romana Süd war selbst damals Teil der Front von Studierenden, ArbeiterInnen und Gruppen innerhalb der Kirche gegen die Diktatur. In ihrer literarischen Erinnerungsarbeit kommen vor allem Frauen zu Wort.


So, 10.5.08, 10:00–11:30 Uhr
Was verändert die Welt? Auftakt zur Lesereihe
Allain Badiou: Der Demokratiebegriff und die Diskontinuität im Politischen

mit Susanne Schäfer (AG68)

Alain Badiou reflektiert den heutigen Demokratiebegriff und stellt seine Fixierung auf den Staat infrage. In wenigen singulären Ereignissen findet er dagegen die Momente, die den Souverän sprechen lassen. „Die politische Gleichheit ist nicht das, was man will oder projektiert, sie ist das, was man im Feuer des Ereignisses hier und jetzt deklariert als das, was ist, nicht als das, was sein soll.“ Wie argumentiert Badiou seine Konzeption von ‚Demokratie’ und was heißt das für die politische Praxis? Und: Waren die 68er eine solche Singularität, die Gleichheit zu einer Praxis jenseits des Staates macht?

Textgrundlage: Alain Badiou: Hochspekulative Gedanken über den Demokratiebegriff + Wahrheiten und Gerechtigkeit, aus: Ders.: Über Metapolitik (s. Texte)
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"Das Private ist politisch" - 1968 & Sexualität

Im Bett mit Marcuse. Sexualitätsdiskurse in der radikalen Linken. Im Gespräch mit Massimo Perinelli - von Dagmar Brunow (pdf), aus: testcard (Hg.): #17 Sex

hippieDiskussion in der jungle world:
Dem Leben Schönes schenken - von Oliver Schott
Die Beziehungsweise - von Sebastian Winter
Effizienz macht hässlich - von Katrina Blindow und Alek Ommert
Monogamie ist keine Lösung - von Julia Seeliger
Dialektik der Treue - von Les Madeleines
Experimental Sex - von Georg Kammerer
Liebe ohne Staat und Herrschaft - von Roger Behrens

Interview in der Süddeutschen zu Beziehung und Eifersucht:
Er hat eine andere - wie schön! - von Violetta Simon

weitere Links:
Textsammlung auf liebe.arranca.de

empfohlene Bücher:
Günter Amendt: Sexfront
AG Gender-Killer (Hg.): Das gute Leben
Méritt, Laura u.a. (Hg): Mehr als eine Liebe. Polyamouröse Beziehungen
Easton, Dossie/ Catherine A. Liszt: The Ethical Slut: A guide to infinite sexual possibilities
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AG68 lädt ein: "Der Demokratiebegriff und die Diskuntinuität im Politischen"

Offene Debatte zu Umbruch und Singularität in der politischen Theorie

Mi, 12. März, 19 Uhr, Duisburg
im Büro der rls NRW, Siegstr. 15

Ein Demokratiebegriff, der sich immer schon positiv auf den Staat bezieht, ist für Badiou zutiefst widersprüchlich. Seine philosophischen überlegungen zeigen die Grenzen des althergebrachten Demokratiebegriffs auf und beschäftigen sich mit der Frage, wo Gleichheit und Gerechtigkeit denn tatsächlich stattfinden. Womöglich gerade in jenen Umbrüchen, die den Staat als Akteur des Politischen alt aussehen lassen.
Wir wollen diskutieren, ob diese Ansätze helfen, das jahr 1968 und seine Folgen besser zu verstehen.

Textgrundlage: Badiou, Alain: Hochspekulative Gedanken über den Demokratiebegriff + Wahrheiten und Gerechtigkeit, aus: Ders.: Über Metapolitik

Wer mag, kann schon ab 18 Uhr am organisatorischen Teil der AG68 teilnehmen.
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Rudi Dutschke im Gespräch


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Die 68er Bewegung im Jahr 2008

Für die Linke sind die 68er ein großes Lehrstück von Erfolgen und Niederlagen, kritischer Theorie und widerständiger Praxis, von Bewegung und Bewegten.
Deshalb gilt es ein Bild der 68er zu stärken, das neben dem Erreichten, auch an die transformatorischen Ansätze anknüpft, die bis heute ihrer Realisierung harren.

Von Filmveranstaltungen wie Blutige Erdbeeren, The Weather Underground, Rot ist die blaue Luft, Von der Revolte zur Revolution, Sir! No Sir!, Das Jahr 01, Sterben mit 30, Mai 68 im Quartier Latin oder Kann die Dialektik Ziegelsteine zerbrechen?
StudiProtestund Diskussions-Veranstaltungen zu Notstandsgesetzen, Vietnamkrieg und die Friedensbewegung, Alte und Neue Linke im Gespräch, Die 68erinnen – Rebellische Frauen und Politik als ‚Männersache’, 68er Bewegung international, 68 und die Arbeiter, Alt-Nazis und Kontinuitäten, Kommune zum Generationenhaus, Drogenpolitik – Jugendkultur & Rauschkultur, Politrock gestern und heute, Die bürgerliche Familie – 68er vs. Eva Hermann, Studierendenprotest & SDS – damals und heute, Der Kongress ‚100 Jahre Kapital’ und was davon geblieben ist, Cornelius Castoriadis, Marcuse, Vorwärts und viel vergessen – linke Bewegungsgeschichtsschreibung, und anderen Themen ist im nächsten Jahr einiges geplant.
Auch in Hamburg wird es eine Tagung der Stiftung zum Thema geben.
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